Mann im Bett, sieht in sein Smartphone

Probeschlafen der etwas anderen Art: 30 Nächte ohne elektronische Geräte

Ich habe es schon so oft gelesen und naja … eigentlich weiß ich es auch schon länger. Das Smartphone fördert gesunden Schlaf nicht unbedingt! Deshalb habe ich mich entschlossen, 30 Nächte auf mein Smartphone und alle anderen elektronischen Geräte zu verzichten. Also nicht, dass ich beim Schlafen mein Handy benutze … aber es liegt eigentlich immer auf meinem Nachttisch. Gesagt, getan. Ein etwas anderes Probeschlafen, wie ich es gerne nenne.

Die Begeisterung bei meinem Freund hielt sich in Grenzen. „Was willst du? …“ Ich kam in Erklärungsnot und argumentierte, dass Handy, Nachttischlampe und alles was an der Steckdose angeschlossen ist, kontraproduktiv für guten Schlaf ist. Es ist der ‚Elektrosmog‘, der uns den Schlaf raubt. Wissenschaftlich erwiesen habe ich betont … Daraufhin stimmte er dem Experiment zu und meinte: „Probieren wir es halt … 30 Nächte lang. Mal sehen“. Das reichte mir schon … alle Geräte raus aus dem Schlafzimmer, in einen Karton und weg damit. Ja, sogar die Nachttischlampen!

Geht das so einfach?

Mein Freund und ich haben uns also vor dem Schlafzimmer eine kleines Regal hingestellt um auch unseren Smartphones einen kleinen Schlafplatz zu geben. Bevor wir ins Bett gingen, haben wir alle bestehenden Verbindungen zum Internet getrennt, die Geräte in den Flugmodus geschalten und auf das Regal gelegt. In der ersten Nacht – das weiß ich noch ganz genau – hatte ich ein ganz komisches Gefühl beim Zubettgehen. Habe sonst abends immer meine sozialen Netzwerke durchgesehen, private Mails gecheckt, oder das Internet durchsurft. Und fast immer fielen mir dann einfach die Augen zu …

Schnell aber war das komische Gefühl weg … Wir fingen an, das Smartphone feierlich auf Flugmodus zu schalten und schmissen uns danach förmlich ins Bett. Unser Schlafzimmer wurde zu einem ganz persönlichen Raum ohne ‚technische‘ Störungen. Ja und was macht man so im Bett wenn man nicht mehr ins Handy guckt? … Wir fingen an, uns Fragen zum Tag, zum Essen, zu den Kollegen, zu Kindheit und noch zu viel viel mehr Themen zu stellen … Ja gut, ich gebe zu, viele davon waren sinnfrei. Aber meistens sehr amüsant. Deshalb war ich am letzten Tag des Experiments auch fast ein bisschen traurig, dass unser ‚Probeschlafen‘ zu Ende war.

Fazit ist: das Smartphone bleibt vor dem Schlafzimmer!

Die Nachttischlampen haben wir aber wieder aufgestellt. Und nach den 30 Nächten habe ich das Ganze auch für mich mal reflektiert. Ich schlafe wirklich deutlich besser, bin nicht mehr so unruhig und schlafe fast immer durch, seit ich das Handy nicht mehr direkt neben mir liegen habe. Morgens bin ich zwar immer noch nicht ganz fit und munter (und das wird wahrscheinlich auch nie der Fall sein), ABER, man sieht mir das jetzt zumindest nicht mehr so an.